Land ruft die dritte Pandemiestufe aus / Baden-Württemberg wappnet sich für die kritische Phase


Hier können Sie sich die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen im Landkreis Tuttlingen ansehen.  ((670,4 KB))

Die hochdynamische Entwicklung der Infektionszahlen veranlassten die baden-württembergische Landesregierung, die dritte Pandemiestufe auszurufen.
Dies hat das Kabinett in einer Sondersitzung am Samstag (17. Oktober) beschlossen. Die steigenden Infektionszahlen und das diffuse Ausbruchsgeschehen in vielen Stadt- und Landkreisen machten diesen Schritt notwendig. Dazu wird die Corona-Verordnung des Landes entsprechend angepasst und um landesweit geltende, verschärfte Maßnahmen ergänzt.
Die neue Fassung der Corona-Verordnung trat am Montag, 19. Oktober in Kraft, zeitglich mit dem Inkrafttreten der dritten Pandemiestufe.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Für Deutschland und Baden-Württemberg sind die kommenden Wochen entscheidend. Die Dynamik des Virus erfordert rasches Handeln. Deshalb hat das Kabinett am Samstag in einer Sondersitzung beschlossen, die dritte Pandemiestufe auszurufen. Diese definiert zusätzliche, weitergehende Maßnahmen, die unabhängig von der Inzidenz vor Ort landesweit für alle gelten. Denn wir müssen jetzt alles tun, um den kritischen Trend schnellstmöglich wieder zu stoppen und das Ruder herumzureißen.“



Um die aktuelle Dynamik abzuschwächen, ergriff die Landesregierung ab Montag weitergehende Maßnahmen, die landesweit gelten.
Dadurch soll das Infektionsgeschehen unter Kontrolle gehalten und gleichzeitig das alltägliche Leben weitestgehend aufrechterhalten werden. 

Was bedeutet die Ausrufung der 3. Pandemistufe:

• Zusätzlich und ergänzend zu der an der lokalen Inzidenz orientierten Hot-spot-Strategie gemäß MPK- Beschluss vom 14. Oktober werden weitere landesweite Maßnahmen ergriffen.
o Landesweite Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in den dem Fußgängerverkehr gewidmeten Bereichen und öffentlichen Einrichtungen sowie öffentlich zugänglichen Bereichen im Freien, soweit die Gefahr besteht, dass der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.
o Das private Zusammentreffen von Personen wird auf max. 10 Personen oder zwei Hausstände begrenzt.
o Ansammlungen nach § 9 CoronaVO werden auf 10 Personen oder zwei Hausstände begrenzt
o Die Teilnehmerzahl für Veranstaltungen wird auf 100 begrenzt.

• Zudem werden weitere landesweite Maßnahmen der Ressorts für die Pandemiestufe 3 ergriffen. Dazu gehören an zentraler Stelle:
o Kliniken: Angesichts der Erwartung eines höheren Patientenaufkommens in den Kliniken, sollten diese ihre für SARS-CoV2 Patienten erforderlichen (Intensiv-)Kapazitäten stufenweise anpassen so-wie elektive Behandlungen schrittweise reduzieren
o Ambulante Versorgung: Die Corona Fieber-Ambulanzen und Test-stellen in den besonders betroffenen Regionen werden wieder hochgefahren bzw. ausgeweitet.
o Telemedizin: Ausweitung der Nutzung telemedizinischer Behandlungsmöglichkeiten (auch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen) zur Vermeidung von Kontakten in Arztpraxen
o Schulen: Mit der Änderung der Corona-VO Schule besteht die landesweite Pflicht zum Tragen einer Mund- Nasen-Bedeckung ab Klasse 5 in den weiterführenden Schulen sowie in den beruflichen Schulen auch im Unterricht
o Einschränkung der nicht-schulischen Nutzung des Schulgebäudes
o Kitas: Konsequente Distanz bei der Gruppenbildung ist herzustellen
o Hochschulen: weitreichende Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch auf den Sitzplätzen


Diese Maßnahmen gelten von Montag an landesweit. Darüber hinaus können Städte und Landkreise, in denen eine Inzidenz von mehr als 50 / 100.000 Einwohner vorherrscht, per Allgemeinverfügung weitergehende, noch schärfere lokale Maßnahmen ergreifen, wie zum Beispiel nächtliche Ausgangssperren verhängen.

Die Landesregierung appelliert noch einmal eindringlich an die Bevölkerung: Jede und jeder Einzelne kann auch weiterhin mit der Einhaltung der AHA-Regeln (Abstand + Hygiene + Alltagsmaske) plus Lüften und Nutzen der Corona-Warn-App maßgeblich zur Verringerung des Infektionsrisikos beitragen. Wo möglich, sollen Bürgerinnen und Bürger zudem die Anzahl ihrer Kontakte reduzieren und auf Reisen verzichten.

Hier finden Sie die aktuell gültige Version der Corona-Verordnung in der konsolidierten Fassung  ((335,7 KB))